Solaranlage planen: Die wichtigsten Schritte
Die Planung einer Solaranlage in der Schweiz erfordert einige durchdachte Schritte. Von der ersten Potenzialanalyse ueber die Wahl der richtigen Komponenten bis hin zur Inbetriebnahme – ein strukturiertes Vorgehen spart Zeit, Geld und sorgt fuer optimale Ergebnisse. Dieser Ratgeber begleitet Sie durch den gesamten Prozess und zeigt Ihnen, worauf Sie achten muessen.
Schritt 1: Dachanalyse und Standortbewertung
Der erste und wichtigste Schritt ist die Analyse Ihres Daches. Nicht jedes Dach eignet sich gleichermassen fuer eine Solaranlage, auch wenn die Voraussetzungen in der Schweiz grundsaetzlich gut sind. Folgende Faktoren werden geprueft:
- Dachausrichtung: Ideal ist eine Suedausrichtung. Aber auch Ost-West-Daecher sind gut geeignet und liefern 85-95 Prozent des maximalen Ertrags, verteilt ueber den ganzen Tag.
- Dachneigung: Optimal sind 25 bis 35 Grad. Flachdaecher koennen mit Aufstaenderung ebenfalls effizient genutzt werden.
- Verschattung: Baeume, Nachbargebaeude oder Kamine koennen den Ertrag mindern. Eine Verschattungsanalyse ist daher unentbehrlich.
- Dachzustand: Das Dach sollte in gutem Zustand sein und mindestens noch 20 Jahre halten. Bei aelteren Daechern empfiehlt sich eine Sanierung vor der Solarinstallation.
- Statik: Solarmodule wiegen 10-15 kg pro Quadratmeter. In den meisten Faellen ist die Dachlast kein Problem, sollte aber geprueft werden.
Fuer eine erste Einschaetzung koennen Sie das kostenlose Solarpotenzial-Tool des Bundes (sonnendach.ch) nutzen, das Ihnen zeigt, wie gut Ihr Dach fuer Solarenergie geeignet ist.
Schritt 2: Bedarfsanalyse und Dimensionierung
Die optimale Groesse Ihrer Solaranlage richtet sich nach Ihrem Stromverbrauch und Ihren Zukunftsplaenen. Schauen Sie auf Ihrer Stromrechnung nach dem Jahresverbrauch in kWh und ueberlegen Sie, ob in den naechsten Jahren eine Waermepumpe, ein Elektroauto oder andere grosse Verbraucher hinzukommen koennten.
Als Faustregel gilt: Planen Sie die Anlage grosszuegig. Der Mehrpreis fuer ein paar zusaetzliche Module ist gering, waehrend eine spaetere Erweiterung deutlich teurer wird. Fuer ein Einfamilienhaus mit 4'500 kWh Jahresverbrauch empfiehlt sich eine Anlage mit mindestens 8 kWp. Plant man ein E-Auto mit ein, sind 12 bis 15 kWp sinnvoll.
Schritt 3: Offertvergleich und Installateur-Wahl
Holen Sie mindestens drei Offerten von verschiedenen Solarinstallateuren ein. Achten Sie beim Vergleich auf folgende Punkte:
- Schluesselfertiger Preis: Alle Kosten inklusive Montage, Elektroinstallation, Geruest und Inbetriebnahme
- Modultyp und Hersteller: Qualitaetsmodule von renommierten Herstellern mit mindestens 25 Jahren Leistungsgarantie
- Wechselrichter: Passender Wechselrichter mit Option fuer spaetere Speichererweiterung
- Garantien: Werkgarantie, Leistungsgarantie und Installationsgarantie
- Monitoring: System zur Ueberwachung der Anlagenleistung
- Referenzen: Lokale Referenzprojekte und Kundenbewertungen
Schritt 4: Bewilligungen und Foerderantraege
In der Schweiz ist fuer Solaranlagen auf bestehenden Daechern in der Regel nur eine Meldung an die Gemeinde erforderlich. Ihr Installateur kuemmert sich normalerweise um alle Formalitaeten, einschliesslich der Netzanschlussvereinbarung mit dem Verteilnetzbetreiber und dem Antrag auf Einmalverguetung bei Pronovo.
Pruefen Sie auch kantonale und kommunale Foerderprogramme. In vielen Kantonen gibt es zusaetzliche Beitraege, die den Nettopreis Ihrer Anlage weiter senken. Einige Kantone wie Thurgau, Basel-Stadt oder Waadt bieten besonders attraktive Zusatzfoerderungen von CHF 200 bis einer Einmalvergütung gemäss Pronovo-Konditionen.
Schritt 5: Montage und Inbetriebnahme
Die eigentliche Montage einer Solaranlage auf einem Einfamilienhaus dauert in der Regel nur 2 bis 3 Tage. Nach der Installation erfolgt die Abnahme durch den Elektrokontrolleur, die Anmeldung beim Netzbetreiber und die offizielle Inbetriebnahme. Ab diesem Zeitpunkt produzieren Sie Ihren eigenen Solarstrom und koennen Ueberschuesse ins Netz einspeisen.
Nach der Inbetriebnahme sollten Sie die Leistung Ihrer Anlage regelmaessig ueber das Monitoring-System ueberpruefen. So erkennen Sie fruehzeitig, ob die Anlage den erwarteten Ertrag liefert und ob eventuelle Stoerungen vorliegen.